Werkzeug

 

papp-nori-zutaten20140921_185116Werkzeug und Zutaten für Nori-Paste

belichten-kleinDSC04879 Der  Belichter (das Solarium), normalerweise steht er in der Dunkelkammer.

 

 

 

 

 

zigzagschereDSC04344Zickzack-Schere, damit die Stoffe nicht so ausfransen.

badewanne-spritzschutz-20140921_184719Badewanne mit Spritzschutz und Hochdruckreiniger zum Siebe auswaschen.

 

 

 

 

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Neue Küpe

Jetzt haben wir eine 200-Liter-Küpe – ein geschenktes Regenfass. Aus den Erfahrungen mit den kleineren Küpen und was wir uns so zusammengelesen haben, haben wir folgende Zutaten verwendet: 600 g Indigo aus Indien, Natriumdithionit und Kristallsoda (Waschsoda).

Vom pH-Wert heisst es, er soll für Pflanzenfaser zwischen 10 und 12 liegen. Das haben wir mit dem Waschsoda nicht gut halten können:  auf der Oberfläche der Küpe bildet sich in wenigen Minuten eine Schicht Carbonat (?). Diese Schicht ist lästig, weil sie bröckelige Flecken auf dem Stoff hinterlässt. Ausserdem ist uns in der Suppe der Papp abgeschwommen…
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Der Ansatz einer zweiten Küpe: 240 Liter Wasser, 3 kg Natriumdithionit, 1,5 kg Ätznatron und 1 kg Indigo. Damit gibt es nur mehr bei längerem stehen-lassen eine kristalline Schicht, und sie kann gut färben.

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Bei Einstellung und Ergänzung der Küpe folgen wir – wie meistens – der Versuch/Irrtum-Methode.
Oder wie wir bei meisterlichen Blaudruckern in Sachsen erfahren durften:

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Reismehlpapp

Ein wenig haben wir uns mit dem japanischen „Reismehlpapp“ beschäftigt – die Technik ist bekannt als Norizome oder Katazome (wenn die Nori-Paste durch eine Reispapierschablone gestrichen wird).
Die Ergebnisse waren sehr unterschiedlich – teilweise hat die Paste gut reserviert, teilweise gar nicht. Es dürften viele Umgebungsvariablen auf das Ergebnis einwirken: Feuchte des Stoffes, Temperatur und pH-Wert der Küpe und so weiter.

Irgendwann haben wir dann auch versucht, die europäische Papp-Rezeptur mit der japanischen zu verbinden, also haben wir Kupfersulfat bei der Zubereitung der Nori-Paste zugegeben. Das Kupfersulfat hat einen starken Einfluss auf die Indigofärbung, aber wieder etwas unvorhersehbar: teilweise bleiben reservierte Stellen reinweiß, an anderen Stellen (auf dem selben Stück Stoff) färbt der Indigo den Stoff stärker als dort, wo kein Papp drauf ist, wird also dunkelblau. -> Großes Rätselraten. Wir müssen Rücksprache mit dem Chemiker unsere Vertrauens halten.

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Die Nori-Paste wird so ähnlich zubereitet wie Mochi (das japanische Neujahrskonfekt) :  Klebreismehl und Kleiemehl werden feucht zu Knödeln geformt, diese werden gedämpft. Anschließend werden die Knödel zerstampft und mit Kalk- und Salzwasser geschmeidig gemacht.

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Die Zeugfärberei am Färbermarkt Gutau

Am 3. Mai 2015 haben wir unsere Experimentalwerkstatt für Färben und Drucken in der Alten Schule Gutau am Färbermarkt geöffnet, um interessierten BesucherInnen das „blaue Wunder“ zeigen zu können.

Beim Färben mit Indigoküpe wird in mehreren Zügen gefärbt, der Stoff kommt beim ersten mal gelbgrün aus der Küpe und verfärbt sich an der Luft mit der Zeit zu Blau.
Um ein tiefes Indigoblau zu bekommen, muss der Stoff 6 bis 8 mal in die Küpe getaucht werden, dazwischen muss genügend Zeit vergehen, sodass alles Grün sich in Blau verwandelt hat.

Ausserdem haben wir schon einige fertige Dinge, sowohl Blaudruck, als auch Drucke mit anderen Textilfarben auf Second-Hand-Ware, zum Anschauen oder auch erwerben. Dafür gibt es einen Verkaufsstand hinter der Alten Schule, der von netten Zeitgenossinnen betreut wird.

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Musterwalzen

Wir haben von Freunden etliche Musterwalzen ausgeliehen, wie sie zum Mustern von Wänden benutzt werden. Wir haben verschiedene Systeme: jene mit einer Schaumstoffwalze zur Übertragung der Farbe auf die Gummiwalze (damit lassen sich horizontale Flächen bedrucken), und jene mit einem Trichter und Metallwalzen (dafür muss das Bedruckmaterial vertikal angebracht werden, zB mit Rollkleber). _DSC0029
Die Schwierigkeit beim Drucken mit Papp ist die richtige Konsistenz, außerdem  lässt sich bei dem Trichtergerät nicht wirklich viel Druck ausüben.
Aber mit ein bisschen Übung, einer ruhigen Hand und Geduld kann man mit Musterwalzen wunderschöne Blaudruckstoffe machen.

Mit Musterwalzen kann man aber natürlich auch andere nette Sachen machen! Zum Beispiel haben wir für das Freie Radio Freistadt eine textile Wand mit mühlviertler Hügellandschaft gestaltet…

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Dunkelkammer!

Das alte Holzlager der Alten Schule haben wir zu einer Dunkelkammer umgebaut. Zuerst war das notwendig für die Cyanotypie, aber jetzt haben wir sie erweitert. Platz zum Trocknen von Sieben hinter einem schwarzen Vorhang, ein Tisch zum Beschichten von Sieben, unter dem Tisch ein Kleinsolarium zu Belichten von Sieben.
Aktuell verwenden wir eine Gelblichtlampe.

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stencil cutting

Eine Alternative zu belichteten Sieben ist das Ausschneiden einer Form aus Papier oder Folie. Der stencil (die Schablone) wird auf das zu bedruckende Material gelegt, darauf kommt das Sieb, dann rakeln wir die Farbe (oder den Papp) durch. Die Vorlage klebt jetzt auf der Sieb-Unterseite, und wir können einige Drucke machen. Eine Papiervorlage ist nach etwa 10-25 Drucken meistens aufgeweicht und Müll.
Bei Folien-Stencils kriecht früher oder später die Farbe unter den Rand und macht das Druckbild unscharf.

Im Gegensatz zu belichteten Sieben kann man sofort drucken, die Arbeitsschritte für  Beschichtung, Trocknung, Belichtung, das Auswaschen, und wieder Trocknen entfallen.

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